Fahren unter Drogeneinfluß

Fahren unter Drogeneinfluß


Drogen am Steuer

Drogen am Steuer
Marihuana, Speed, Kokain, Amphetamine und andere Drogen

Auch Drogen am Steuer können den Verlust der Fahrerlaubnis zur Folge haben. Um Drogenkonsum festzustellen, benutzt die Polizei bei Verkehrskontrollen und Unfällen Schnelltests. Damit können selbst geringste Mengen von Drogen im Speichel, Urin oder im Schweiß nachgewiesen werden. Die Bluttests, die anschließend entweder im Krankenhaus oder auf dem Polizeirevier durchgeführt werden, sichern den Nachweis rechtlich ab.

Bei den Untersuchungen können Zeitpunkt und Menge der konsumierten Drogen festgestellt werden. Schon der Nachweis geringster Mengen kann zu hohen Geldstrafen und dem Entzug der Fahrerlaubnis führen.

Welche Folgen können Drogen am Steuer haben?
Die rechtlichen Folgen sind vielfältig:

  • Bußgeld
  • Fahrverbot
  • Punkte in Flensburg
  • Entzug der Fahrerlaubnis
  • Geld – oder Freiheitsstrafe (bei Anzeichen von Fahrunsicherheit)

 

Nachweiszeiten von Drogen im Urin und Blut

Nachweis im Blut / Serum

Nachweis im Urin

Cannabis
(THC)

THC: 12h bis zu 36h
Abbauprodukt THC-COOH:
2-3 Tage (gelegentlicher Konsum)
3 Wochen (regelmäßiger Konsum)

24 - 36h (einmalig)
5 - 20 Tage (mäßiger Konsum)
8 - 12 Wochen (Dauerkonsum)

Speed
(Amphetamin)

8-24h

1 - 4 Tage
(bis zu 1 Woche)

Ecstasy
(MDMA)

bis zu 24h

1-4 Tage
(Ausscheidung pH-Wert abhängig)

LSD

bis zu 12h

bis 4 Tage, wird in Speziallabors durch Radioimmunoassay= RIA getestet

Kokain

6 – 24h
Abbauprodukte 2-3 Tage

Kokain einige Stunden, Abbauprodukt bis zu 4 Tagen
15 - 22 Tage (häufiger Konsum)

Heroin

bis 12h
(Abbauprodukte bis 24h)

3 - 4 Tage
5 - 7 Tage (bei hohen Dosen+ täglichem Konsum)

Barbiturate

einige Stunden bis Tage

ca. 24h (kurz wirksame)
bis zu 3 Wochen
(lang wirksame)

Benzodiazepine

einige Stunden bis Tage

3 - 7 Tage
4 - 6 Wochen (nach Langzeiteinnahme)

Crystal
(Methamphetamin)

Einzeldosis bis zu 24h, Mehrfachkonsum länger

1-3 Tage bis zu einer Woche

Methadon

bis zu 48h

bis 3 Tage
(pH-Wert abhängig)

Codein

mehrere Stunden
(abhängig von der Dosis)

bis zu 7 Tage

GHB/GBL/BDO

bis 6h
 

bis 12h
 

Ketamin

einige Stunden

1 - 4 Tage (auf Anforderung im Labor)

2C-B

wenige Stunden

bis zu 3 Tage

Poppers

wenige Stunden

bis zu 12h

Psilos

einige Stunden

2 - 4 Tage

Opiate allg.

bis 8h nach letztmaligem Konsum
(Nachweis von Morphin)
 

etwa 2 - 4 Tage nach letztmaligem Konsum; bei regelmäßigem Konsum fast immer!
 

Alkohol

Der menschliche Körper baut etwa 0,1 bis 0,15 ‰ pro Stunde ab; abhängig von Körpergewicht, Alter, Geschlecht

Der menschliche Körper baut etwa 0,1 bis 0,15 ‰ pro Stunde ab; abhängig von Körpergewicht, Alter, Geschlecht.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Was können Sie tun?
Am besten setzten Sie sich sofort nach der Polizeikontrolle mit uns in Verbindung. Doch auch, wenn die Fahrerlaubnis bereits entzogen wurde, können Sie etwas tun, um Ihre Situation zu verbessern. Wir beraten Sie, wie Sie sich als Betroffener eine günstige Ausgangsposition im Verfahren verschaffen können.

Strafverfahren
Im Zusammenhang mit Drogen kann es zu einem Drogenstrafverfahren kommen, in dem man sich mit Fragen des Drogenbesitzes und dem Handeltreiben auseinandersetzt. Nutzen Sie in diesem Zusammenhang Ihr Aussageverweigerungsrecht und konsultieren Sie uns rechtzeitig

Ordnungswidrigkeitsverfahren
Das Verfahren wird durch die Vorschriften im Bußgeldkatalog geregelt. Hier stellt sich für den Anwalt die Frage, ob die Werte bei dem Drogentest entnommen werden durften.

Die Verwaltungsbehörde leitet je nach Sachverhalt ein Verfahren ein, das mit dem Entzug der Fahrerlaubnis enden kann. Das Verfahren stellt sich für den Betroffenen meist als sehr unübersichtlich dar. Das führt oftmals dazu, dass der Betroffene sich falsch verhält. Daher sollte er sich möglichst früh bei einem Anwalt für Verkehrsrecht über seine Möglichkeiten informieren.

Was bedeutet MPU (Medizinisch, psychologische Untersuchung) im Verkehrsrecht?
Eine MPU wird von der Behörde angeordnet, um zu überprüfen, ob jemand geeignet ist, im öffentlichen Straßenverkehr ein Fahrzeug zu führen. Meist bestehen Zweifel an der charakterlichen Eignung.

Folgende Fakten können zu derartigen Zweifeln führen:

  • Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten
  • Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeitsüberschreitung
  • Ab 18 Punkte in Flensburg - Verkehrszentralregister / VZR
  • Straftaten

Was bezweckt eine MPU?
Es wird eine Prognose zur Verkehrsbewährung in der Zukunft erstellt. Es handelt sich dabei um eine Wahrscheinlichkeitsprüfung. Es ist für den Betroffenen schwierig, die Sachlage einzuschätzen und sich entsprechend zu Verhalten. Hier kann Sie ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht beraten.

MPU und Fahrerlaubnisbehörde
Die Führerscheinstelle überprüft das MPU-Gutachten vor der Entscheidung über eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Die Entscheidung über die Neuerteilung hat ausschließlich die Fahrerlaubnisbehörde. Wenn begründete Zweifel bestehen, wird der Antrag abgelehnt.

Über die erforderlichen Vorraussetzungen, um die Fahrerlaubnis wieder zu erlangen, kann Sie ein erfahrener Anwalt im Verkehrsrecht aufklären. Das kann Ihnen viel Zeit Geld und Ärger ersparen.

MPU  (Medizinisch - psychologische Untersuchung)

bei Alkohol am Steuer:

  • Wenn man mit 1,6 Promille im Straßenverkehr aufgefallen ist, oder wiederholt mit einer Alkoholfahrt auffällig wurde,  wird eine MPU angeordnet

bei Drogen am Steuer:

  • Wenn die Behörde von einer verkehrssicherheitsrelevanten Cannabisproblematik ausgeht, kann sie zusätzlich oder alternativ ein ärztliches Gutachten anfordern. Die Kosten für eine MPU belaufen sich in diesem Falle auf etwa 550 Euro; darin ist ein Drogenscreening enthalten.

Drogenscreening
Eine MPU kann nur dann erfolgreich sein, wenn zuvor ein Abstinenznachweis erbracht wurde. Das bedeutet, dass eine “Drogenfreiheit” bestehen muss.

So genannte Drogenscreenings sollen den Nachweis für die “Drogenfreiheit” bringen. Der angeforderte Abstinenznachweis kann sich von 6 Monaten bis zu einem Jahr hinziehen. (12 Monate 6-8 Screenings; Kosten pro Screening liegen bei 80 bis 100 Euro)